Was uns erotische Zeichnungen der Romantik über Porno sagen

Erotische Zeichnungen

Was alternativen oder neuen Porno vom Mainstream trennt und wonach wir in unserer Arbeit suchen lässt sich anhand der alten Künste illustrieren. Erotische Zeichnungen bedürfen eines anderen sinnlichen Zuganges als audiovisuelles Material. Das liegt schlicht daran, dass sie sich nicht bewegen und keine Geräusche machen. Es bedeutet andererseits aber auch, dass man sich mehr Zeit nehmen muss, möchte man sich auf sie einlassen. Sie erzählen eine Geschichte, deuten eine Bewegung. Man befindet sich an einer spezifischen Stelle im Fluss einer sinnlichen Interaktion an. Sie geben uns allerdings nur eine Momentaufnahme und überlassen die Geschichten der Menschen unserer Vorstellungskraft. Das „Vor“ sowie das „Nach“ des Bildes dieses einen Momentes obliegt einzig unserer Phantasie.

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Weltverbesserer auf Pornomessen

Pornomesse

“Vivimos en un país hipócrita!” – „Wir leben in einem heuchlerischen Land!“

beginnt die Pornodarstellerin Amarna Miller ihre Message (im Youtube-Video lassen sich Untertitel einschalten). Im Video für den Salón Erótico 2016 in Barcelona Apricots nimmt sie beim letzten Abendmahl die Position von Jesus ein und hat ein harsches Urteil parat für die Gesellschaft, in der sie lebt. Die Kollegin, die bereits mit Erika Lust und Lucie Blush zusammen gearbeitet hat, blickt ruhig und determiniert in die Kamera, spricht ihre Sätze entschlossen. Es geht um die Heuchlerei bezüglich den vorgegebenen Werten und die Kluft zum tatsächlichen Umgang damit – beispielsweise wie die Gesellschaft mit Sex umgeht. Sie wird gleich zu Beginn sehr persönlich.

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Boys don’t cry – Männer weinen nicht

Männer weinen nicht

Männer weinen nicht

Oder bestenfalls in Extremsituationen, einschneidenden Lebensereignissen. Tatsächlich sind sie durch die typisch männliche Sozialisation ziemlich weit von sich selbst entfernt. Das Bild von Männlichkeit verlangt Männern ab, die Kontrolle zu behalten, überlegen zu sein, da sie sonst als entmännlicht, verweiblicht, machtlos, wertlos wahrgenommen werden. Mit Scham und Schuld konfrontieren sie sich selbst, mit Spott und Hass die anderen.

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I am a Man. I am a Feminist. I do Porn.

TedTalk Männer im Feminismus

„Hi, I am Patrick, and I am a Feminist!“

Das Wort „Feminismus“ scheint immer noch als Schimpfwort verstanden zu werden. Das merkt man in feminist Hipstertown vielleicht nicht immer, aber wenn man aus seiner feministischen Blase einmal einen Moment rausschaut, wird man feststellen, dass man durchaus in Erklärungsnot gerät. Während es bei Frauen noch eher verstanden wird (wenn auch deshalb nicht zwangsläufig wohlwollender aufgenommen), so ist man als Mann schon ein exotisches Tierchen, wenn man sich Feminist nennt. Man muss da schon von vorne anfangen. Von ganz vorne.

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